Es gibt Tage, da liegt einfach alles herum. Gestern Morgen bin ich barfuß in eine Horde Piraten getreten, die mir vor dem Hemdenschrank auflauerte (einer büßte mit einem ausgekugelten Plastikarm). Vorher hatte ich bereits mehrere Hände voller Schwerter und Armbrüste von der vorabendlichen Seeschlacht der bei mir wohnenden Freibeuter aus der Wanne geräumt, um halbwegs unverletzt eine Dusche zu nehmen. Ein paar Meter vor der Haustür übersprang ich nur knapp die Hinterlassenschaft des benachbarten Mops-Pudels, dessen Herrchen stets freundlich grüßt, während seine Milka mit krauser Stirn auf den Gehweg stoffwechselt. An der Hauptstraße wehte mir der Aschewind eine leere Bierdose entgegen. Und beim Arzt (reine Routinesache) lag schließlich eine vom Glastisch gerutschte Zeitschrift direkt auf meinem Weg zum letzten freien Stuhl.
Ich gehöre nicht zu den Zwangsneurotikern, die ihre Stifte im rechten Winkel auf dem Schreibtisch anordnen (nur schief geschnittener Käse stürzt mich in schwere Krisen). Dennoch spürte ich, während ich im Wartezimmer saß, eine unbändige Sehnsucht nach Ordnung. Ich malte mir aus, wie ordentlich es auf diesem Planeten aussehen könnte, wenn die Erdanziehungskraft sich schlagartig in eine Erdabstoßungskraft verkehren würde. → weiterlesen

