Danke!!! Wir haben den Deutschen Reporterpreis 2020 gewonnen

Mein Kollege Christoph Heinemann und ich sind am 7. Dezember 2020 mit dem Deutschen Reporterpreis 2020 ausgezeichnet worden. Prämiert wurde unser sechsseitiges Dossier Der Ausbruch, das am 29. August 2020 im „Hamburger Abendblatt“ erschienen ist. Darin haben wir nachgezeichnet, wie sich das Coronavirus auf der Krebsstation des renommierten Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE) ausbreiten konnte – und schließlich elf Menschen das Leben kostete. Viele von ihnen hätten wohl noch lange zu leben gehabt, manche galten laut ihren Angehörigen als so gut wie geheilt von ihrem Krebs. Die Ausmaße des Ausbruchs zeigen sich auch daran, dass mittlerweile auch 40 Mitarbeiter des UKE dem Infektionsgeschehen zugeordnet werden können.

Erste Seite des Sechs-Seiten-Dossiers

Das sind einige der vielen Erkenntnisse einer monatelangen Recherche, in der mein sehr geschätzter Kollege Heinemann und ich die dramatischen Hintergründe des Ausbruchs zu weiten Teilen rekonstruieren konnten. Dabei ging es zum einen um die Frage: Wie konnte all das geschehen – ausgerechnet auf der besonders schützenswerten Krebsstation einer der angesehensten deutschen Kliniken? Mithilfe von WhatsApp-Nachrichten, Dokumenten, Mails, Behandlungsverläufen und Dutzenden von Gesprächen mit UKE-Mitarbeitern und Hinterbliebenen sind wir dem nachgegangen. Parallel konnten wir auch die Angehörigen von drei Opfern des UKE-Ausbruchs begleiten – in ihrer Trauer und mit den Fragen, die sie beschäftigen. Die Chronik der letzten Lebenswochen einer jungen Frau, einer älteren Dame und eines sportlichen 74-Jährigen zeigt nicht nur die menschliche Tragik des Ausbruchs. Sie weist auch auf mögliche Fehler, aus denen alle Beteiligten lernen müssen, wenn sich eine solche Katastrophe nicht wiederholen soll.

Hier die gesamte wegen Corona digitale Gala.

Wir freuen uns sehr über diesen Preis. Wir danken den Angehörigen, die mit uns gesprochen und uns geholfen haben, die Ereignisse zu rekonstruieren und drei der Hamburger Coronaopfer Namen und Gesicht zu geben. Wir danken den Kolleginnen und Kollegen beim „Hamburger Abendblatt“, die uns monatelang immer wieder den Rücken freigehalten und uns schließlich so ungewöhnlich viel Platz im Blatt eingeräumt haben, die den Text gegengelesen und so verbessert oder für ein wunderbares Layout und die passenden Grafiken gesorgt haben. In für die Medien schwierigen Zeiten ist all das nicht selbstverständlich. Und natürlich danken wir der Jury des Deutschen Reporterpreises und Reporter-Forum-Gründer Cordt Schnibben.

Laudatio von Jessy Wellmer und Interview mit uns
über die Entstehung von „Der Ausbruch“.
Bei Vimeo hier – alle Interviews mit den Preisträgern hier.

Wir widmen unseren Reporterpreis den Hamburger Opfern dieser furchtbaren Pandemie und ihren Angehörigen – den Menschen, die trotz ihres Leids viel zu oft hinter den täglichen Zahlen verschwinden. Und all den Ärzten, Pflegern und Schwestern, die seit zehn Monaten ihre ganze Kraft geben im Kampf gegen dieses tückische Virus.

Links: PDF der Originalseiten + PDF (nur Text) + Online-Aufbereitung bei abendblatt.de + Link zum Reporterpreis.

Corona offenbart auch eine deutsche Daten- und Digitalisierungskrise

Diese Pandemie ist nicht nur eine Gesundheitskrise – sie ist längst auch eine Datenkrise. Und sie zeigt nebenbei, wie mittelmäßig dieses Land bei der Digitalisierung aufgestellt ist. Weil Daten über Infektionen oder Verstorbene oft noch per Fax übermittelt werden, sind die Grundlagen mancher Entscheidungen veraltet. Zugleich bereiten staatliche Stellen ihre Daten auch noch nach unterschiedlichen Methoden auf. Heraus kommt bisweilen ein Zahlen-Wirrwarr voller Widersprüche, aus dem sich jeder herauspicken kann, was ihm passt.

So weichen die Sieben-Tage-Inzidenzen von Robert-Koch-Institut (RKI) und Senat seit Monaten stark voneinander ab. Lange hat Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betont, Hamburgs Zahlen seien genauer als die des RKI. Wenn es darum geht, Einschränkungen zu verkünden, wird vom Senat gern auf die höheren eigenen Zahlen verwiesen. „Guckt her, die Zahlen sind hoch, wir müssen handeln“, heißt es dann. Wenn der Senat dagegen zeigen will, wie gut seine Politik sei, nimmt er lieber die RKI-Zahlen: Die sind niedriger und lassen Hamburg besser dastehen. Auch wenn es um Grenzwerte für Einschränkungen geht, sind die RKI-Zahlen entscheidend.

Bei den Todeszahlen ist es genau andersherum: Hamburg zählt deutlich weniger Corona-Tote als das RKI. Das liegt daran, dass der Senat fast alle Verstorbenen, von denen eine Corona-Infektion bekannt ist, am Institut für Rechtsmedizin im UKE untersuchen lässt. So soll festgestellt werden, wer an oder wer nur mit Corona, also aus anderen Gründen, gestorben ist. Während das RKI alle infizierten Verstorbenen als Corona-Tote zählt, registriert Hamburg nur die Toten, die ganz sicher am Virus gestorben sind.

Das Vorgehen hatte zu Beginn der Pandemie Vorteile: Während das RKI im März noch vor Obduktionen warnte, machten sich die Hamburger Rechtsmediziner um Klaus Püschel furchtlos ans Werk und lieferten dabei wichtige Erkenntnisse – etwa darüber, dass Thrombosen und Embolien eine wichtige Rolle spielen und man mit Blutverdünnern die Überlebenschancen verbessern könnte.

Falsche Eindrücke

Zugleich aber führte der Hamburger Sonderweg zuletzt zu immer größerem Zahlenchaos. Wochenlang versäumte es die Sozialbehörde, → weiterlesen

Das Corona-Dilemma der Schulpolitik

Der Hamburger Senat hält am reinen Präsenzunterricht fest. Kritik daran wird lauter – denn Schüler und Lehrer infizierten sich zuletzt häufiger als andere.

Nein, es ist schon in normalen Zeiten nicht unbedingt eine Traumvorstellung, in der Haut führender Politiker zu stecken – in der Corona-Krise wäre es womöglich ein Albtraum. Denn im Kampf gegen die Pandemie greift die Politik nicht nur tiefer denn je in das tägliche Leben ein – sie muss auch unentwegt Entscheidungen fällen, die sich auf die wirtschaftliche Existenz und im Extremfall sogar auf Leben und Tod von Menschen auswirken. Entsprechend hart wird öffentlich gestritten über das, was Regierungen entscheiden.

Dieser Tage dreht sich die zunehmend aufgeregt geführte Debatte auch in Hamburg immer stärker um die Schulen, die auch im Teil-Lockdown offen bleiben. Sie stehen aus zwei Gründen im Mittelpunkt: Zum einen haben Kinder und Jugendliche auch in schwierigen Zeiten ein Recht auf Bildung und (berufstätige) Eltern ein Recht auf verlässliche Betreuung des Nachwuchses. Gerade für Kinder aus schwierigeren Verhältnissen ist digitale Fernbeschulung keine gleichwertige Alternative, weil sie zu Hause oft weder die technischen Voraussetzungen dafür vorfinden noch eine umfassende Unterstützung.

Coronavirus: Alle Menschen ähnlich anfällig für Infektionen

Zum anderen aber scheint immer deutlicher, dass zumindest Jugendliche kaum weniger anfällig für Corona-Infektionen sind als Erwachsene – und die tückischen Viren auch genauso weitergeben. Virologe Christian Drosten hat gerade wieder unterstrichen: „Wir sehen, was wir auch erwarten, dass alle Menschen gleich sind für dieses Virus, dass das Virus sich überall gleich verbreitet.“ Es gebe nach seiner Auffassung „keine vernünftigen Gründe zu denken, dass Kinder weniger infektiös sind und dass das Infektionsgeschehen in Schulen und Kitas weniger ist als anderswo“, so der bekannteste deutsche Corona-Experte bei einer Talkrunde in Niedersachsen.

Der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, Lars Schaade, sagte am Dienstag in der Bundespressekonferenz mit Blick auf die Schulen: „Die Schüler, besonders die älteren, sind genauso betroffen wie alle anderen auch. Da wird es zu Infektionen kommen, es gibt auch Ausbrüche. Und man muss entsprechend Maßnahmen treffen, wenn man diese Ausbrüche verhindern will.“ Gleichwohl bleiben die meisten Experten dabei, dass Schulen wohl keine Treiber der Corona-Pandemie seien. Schulsenator Ties Rabe (SPD) geht sogar so weit, Schulen zu sicheren Orten zu erklären – denn da würden zwar viele Menschen zusammenkommen, aber unter besseren Hygienebedingungen als im Privaten.

Die Infektionszahlen dieser Woche allerdings sprachen eine andere Sprache – was man auch im Senat genau beobachtete. So lag der Anteil der positiv getesteten Schüler und Lehrer an den Neuinfektionen durchweg über ihrem → weiterlesen

Rot-Grüne Koalitionsverhandlungen in Hamburg: Noch nie waren die Wege zur Einigung so weit

Dieses tückische Virus soll ja sogar ein paar positive Wirkungen haben. Mehr Rücksicht, viel Solidarität und mehr Sport an frischerer Luft zum Beispiel. Auch die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen hat der kontaktfreudige Keim aus Fernost zu einer sportlichen Veranstaltung gemacht. Weil die Koalitionäre jetzt nicht mehr in Tuschelnähe sitzen dürfen, sind die Absprachen auch innerhalb der Delegationen mühselig. Um den gebührenden Abstand zu wahren, tagt man im Großen Festsaal des Rathauses an einem Tisch, länger als ein XXL-Bus der Hamburger Hochbahn.

Wenn es also etwas mit Parteifreunden zu besprechen gibt, schickt man sich entweder Nachrichten (etwa über den sicheren Handy-Messenger Threema) – oder rennt, beladen mit stapelweise Papier, von einem Ende der Tafel zum anderen und im Zweifel einmal um den Saal herum. Wer von den zwei Dutzend Verhandlern einen Schrittzähler im Handy installiert hat, dürfte an einem durchschnittlichen Verhandlungstag damit locker sein Wochenpensum absolvieren.

Ausschnitt aus dem Abendblatt-Artikel

Am vergangenen Mittwoch wurde besonders viel gelaufen. Denn zum ersten Mal gerieten die bisher weitgehend geräuschlos unter dem Corona-Radar geführten Verhandlungen ins Stocken. Immer wieder nahmen sich die Verhandler Auszeiten, die Delegationen tagten ein ums andere Mal entnervt separat, und mancher unkte schon, man stehe kurz vor dem Abbruch. Am späten Abend vertagte man sich ohne Ergebnis, das geplante Pressestatement hatte man da längst schon abgesagt. Nach zehn Stunden gingen Rote und Grüne ergebnislos und grantig noch weiter auseinander, als sie eh die ganze Zeit gesessen hatten.

Streitpunkte A26 Ost, Hafenerweiterung und Radverkehr

Das kam einerseits überraschend; denn bei den sechs vorangegangenen Runden waren sich Genossen und Grüne immer einig geworden und hatten Ergebnisse präsentiert. In diesen Krisenmonaten sei man zum schnellen Kompromiss verdammt, hieß es da noch: „Es würde niemand verstehen, wenn wir uns mitten in einer Pandemie wie Gladiatoren mit blutigen Schwertern um jede Kleinigkeit schlagen würden.“

Andererseits war der Krach vom Mittwoch programmiert. Denn an diesem Tag → weiterlesen

Wie der Hamburger Senat um die richtige Corona-Strategie ringt

Natürlich liegen die Nerven dieser Tage bei dem einen oder der anderen im Hamburger Rathaus auch mal blank. Schließlich arbeiten viele der Coronakrisenmanagerseit mehr als einem Monat fast ohne Pause durch – denn es geht bekanntlich um „Leben und Tod für uns alle“, wie der sonst so nüchterne Vizekanzler Olaf Scholz kürzlich feststellte. Da kann es schon mal vorkommen, dass es in den Telefonkonferenzen der staatlichen Führungskräfte lauter wird – sowie zuletzt in der täglichen Schalte der Hamburger Staatsräte.

Die Tagesabläufe immerhin sind mittlerweile klar strukturiert. Immer mittags um 12 Uhr berät sich Jan Pörksen, Chef der Hamburger Senatskanzlei, telefonisch mit Kanzleramtschef Helge Braun und den Chefs der Staatskanzleien der anderen Bundesländer. Danach, meist gegen halb zwei, folgt die tägliche Runde der Hamburger Staatsräte aus allen Behörden.

Reibereien in Telefonkonferenzen um Masken und offene Fragen

Und da gab es in den Telefonkonferenzen zuletzt auch mal Reibereien. Vordergründig ging es darum, dass der Staatsrat der kleinen, aber am stärksten geforderten Gesundheitsbehörde, Matthias Gruhl, laut Teilnehmern wohl nicht immer ad hoc alle Fragen zu Zahlen oder zu Lieferungen der dringend benötigten Schutzmasken beantworten konnte. Und darum, dass um die Verteilung der knappen Masken zwischen den Behörden hart gerungen wird.

In Wahrheit aber hängen manche Spannungen wohl auch → weiterlesen

Das kritische Corona-Papier eines Hamburger Staatrates

Es ist dieser Tage, und das passt ganz gut zu Passionszeit und Osterfest, vieles eine Glaubensfrage. Denn belastbares Wissen gibt es bisher weder über eine Auferstehung von den Toten noch über die Sterberaten der vom neuen Coronavirus ausgelösten Erkrankung Covid-19. Und auch nicht darüber, wie dramatisch diese Pandemie langfristig die Gesundheit der Menschen, die Wirtschaft und politische Systeme beschädigen wird.

Coronavirus: Expertenmeinungen gehen auseinander

Die Bandbreite der Expertenmeinungen zeigt sich exemplarisch an zwei Stellungnahmen. In einem Strategiepapier des Bundesinnenministeriums vom März wird davor gewarnt, selbst nach mildem Verlauf könnten Geheilte jederzeit Rückfälle erleben und plötzlich sterben.

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Grünes „Labor“ oder rotes „Weiter so“: Wie mutig sind die Hamburger?

Die Grünen wollen aus dem „Tor zur Welt“ ein „Labor zur Welt“ machen und viel Neues in der Hansestadt ausprobieren. Das hat ihre Bürgermeisterkandidatin Fegebank bei ihrer Nominierung angekündigt. Mein Abendblatt-Kommentar.

Eines haben Konrad Adenauer und Olaf Scholz gemeinsam: Beide errangen ihre größten Wahlsiege mit dem Versprechen, bodenständige Politik zu machen und auf das Ausprobieren von Neuem zu verzichten.

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Die Grünen wollen ein neues Hamburg

Mein Abendblatt-KOMMENTAR zum Grünen-Wahlprogramm

Das Selbstbewusstsein trieft schon aus dem Titel. Nein, die Grünen haben ihr Angebot an die Hamburger zur Bürgerschaftswahl 2020 nicht etwa profan „Wahlprogramm“ genannt, es heißt „Regierungsprogramm“. Denn sie wollen künftig nicht mehr als grüner Anbau in einem roten Haus wahrgenommen werden, wie es Olaf Scholz formulierte.

Die Grünen wollen viel stärker den Ton angeben und womöglich erstmals mit einer Ersten Bürgermeisterin an der Spitze im Senat die Richtung vorgeben. Die Europa- und Bezirkswahlen haben gezeigt, dass die Hamburger der Partei viel zutrauen – und die Klimademos belegen, dass grüne Themen bei den Menschen ganz hoch im Kurs stehen.

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Die neuen Chancen der SPD – als Partei von Maß und Mitte

Noch nie waren wir so aufgeregt wie heute. Zu diesem Schluss könnte man kommen, wenn man manche politischen Debatten verfolgt. Zwar profitieren die meisten Menschen in Deutschland von prosperierender Wirtschaft, guter Gesundheitsversorgung, kostenloser Bildung, sozialer Absicherung, Jahrzehnten des Friedens und einem Leben in Sicherheit. Davon haben frühere Generationen nur geträumt.

Und doch sind Unzufriedenheit und Wut bei vielen so groß, als seien gerade Krieg und Pest ausgebrochen, als rase ein mondgroßer Komet auf Mutter Erde zu und als stünde die Hälfte der Menschheit kurz vor dem Hungertod. So jedenfalls wirkt es, wenn man manche politischen Äußerungen in Medien und Debatten im Netz verfolgt.

Der Leitartikel aus dem Abendblatt

Die einen rücken Autofahrer oder Menschen, die ein Flugzeug besteigen, da fast schon in die Nähe von Schwerverbrechern. Die anderen bezeichnen den dringend nötigen Kampf gegen die Erderwärmung als „Öko-Faschismus“. Unversöhnlicher geht es kaum. Um nur ein Beispiel zu nennen. Auch bei anderen Themen wirken manche Diskussionen mittlerweile so irre überdreht, als hätte uns jemand tonnenweise Crack ins Trinkwasser gekippt. Als gehe es den Menschen nur noch darum, ihr Adrenalin irgendwie loszuwerden – und nicht darum, die tatsächlich drängenden Pro­bleme der Gegenwart zu lösen, wie etwa die Klimakrise. Dabei wissen nicht nur Ärzte, dass man in große und schwierige Operationen nicht aufgeregt mit Kettensäge und Vorschlaghammer geht – sondern mit Ruhe und feinem Besteck.

Die aktuelle Überspanntheit spiegelt sich auch darin, dass es den Volksparteien zuletzt immer schlechter geht. Sie stehen dafür, dass Politik nicht nur gerade angesagte Aufregerthemen, sondern das große Ganze im Blick haben muss. Dass unterschiedlichste Menschen sich gemeinsam engagieren – und Politik in Demokratien eine Kunst des Kompromisses ist. Diese Form der Nüchternheit wurde zuletzt kaum noch geschätzt.

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Hamburgs SPD mit neuer Kraft

Die seit Längerem verbreiteten Nachrichten über das baldige Ableben der SPD kamen offensichtlich verfrüht. Bei ihrem Hamburger Parteitag jedenfalls zeigte sich die Partei ausgesprochen lebendig. Das Führungsduo aus Parteichefin Melanie Leonhard und Bürgermeister Peter Tschentscher hat ein Jahr nach der Amtsübernahme sichtbar Tritt gefasst.

War Tschentscher bei seinem ersten Parteitag als Senatschef 2018 noch still im Hintergrund geblieben und hatte nicht ein offizielles Wort an die Genossen gerichtet, so gab er am Sonnabend in den Messehallen in freier und teils launiger Rede klar den Takt vor und konkrete neue Ideen aus – und wurde minutenlang von den rund 300 Delegierten mit Standing Ovations gefeiert. Die Blässe, die dem Mediziner in den ersten Monaten als Bürgermeister attestiert wurde, ist einem eigenen Profil gewichen.

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